Fragen, die wir alle stellen: Eltern & Kind - Gottfried von Purucker

Gottfried von Purucker

Fragen, die wir alle stellen: Eltern & Kind 

Ursachen erkennen: Charakter, Vererbung, Behinderung, Tod – warum?

Ein Buch für die Praxis und zum besseren gegenseitigen Verstehen

Jedem von uns stellt sich einmal die gravierende Frage nach seiner vorgeburtlichen Herkunft. Hiermit sind tiefe Mysterien verbunden: Wurden wir rein zufällig in unsere Familie geboren? Sind Eltern für den Charakter ihrer Kinder verantwortlich?

Antworten auf diese und viele andere essentielle Lebensfragen geben weitgehend unbekannte Einblicke in das verbindende Schicksalsgewebe zwischen Eltern und Kind.

Im Anhang finden Sie zwei reizend bebilderte Märchen für jung und alt mit spirituellem Hintergrund: „Wie ein Engelchen Mensch wird“ und „Heinzelmännchens Wanderschaft“.

260 Seiten
Hardcover, 15,3 x 21,5 cm
ISBN 978-3-924849-42-9

Preissenkung:
jetzt nur noch 9,80 €
(statt vorher 19,80 €)

– Unsere Kinder – die Erwachsenen von morgen
– Fragen, die das Leben stellt
– Die Weisheit kleiner Kinder
– Vererbung und Charakter: die Schlüssel zu unserem Selbst
– Die Geheimnisse des Todes
– Selbstmord – ein folgenschweres Vergehen
– Schlaf – das große Mysterium
– Der Segen des Alters
– Vertraute Wahrheiten
– Was ist die Seele?
– Sind Tiere unentwickelte Menschen?
– Reinkarnation und Karman
– Was ist die Ursache für das Geschlecht?
– Geistige Behinderung
– Die Macht des Willens
– Gedanken – die wirksamsten menschlichen Kräfte
– Krankheiten
– Gut und Böse
– Hypnose
– Musik
– Die Bedeutung der Ehe
– Märchen: „Wie ein kleines Engelchen Mensch wird“, „Heinzelmännchens Wanderschaft“

Liebe Eltern, lieber Leser, sind wir für den Charakter unserer Kinder verantwortlich? Wurden sie rein „zufällig“ geboren, und was ist die Ursache für ihr Geschlecht? Ist Vererbung gerecht, und müsen wir den Tod fürchten? Dies sind Fragen, die besonders durch unsere Kinder erneut an Aktualität gewinnen.

Das vorliegende Buch möchte Ihnen daher Hilfe sein bei der oft so schwierigen Beantwortung von Fragen, die Kinder stellen – Fragen, die auch wir uns alle schon einmal gestellt haben.

Der Autor, Prof. Dr. Gottfried von Purucker, sah in den Kindern das erwachende Leben. Mit zarter Einfühlsamkeit legt er mit diesem Buch mit jeder Antwort aufbauende Samen in ihr reifendes Gemüt. Diese Samen wecken zugleich auch unsere Intuition, das Verstehen der tieferen Wahrheiten des Lebens. Sie werden uns in schweren Stunden Trost sein, Hilfe geben und zu Hoffnungsträgern werden. Und fast geschieht ein kleines Wunder: Wir finden durch unsere Kinder den Weg zurück zu uns selbst, zu unserem eigenen Herzen.

Ein Buch für die Praxis, ein Buch für unser tägliches Leben. Selten wurde wirkliche, gelebte Weisheit praktischer und lebensnaher dargelegt!

Wann tritt die Seele eines Kindes in den Körper ein?
[S. 149–153]

„Tritt die Seele eines Kindes während der Geburt, vor der Geburt oder nach der Geburt in dessen Körper ein?“

Die Esoterische Philosophie lehrt, daß die Seele eines Kindes weder bei der Geburt noch vor der Geburt, noch nach der Geburt „in“ dessen Körper „eintritt“. Daher lautet die Antwort auf diese Frage ganz allgemein: Nein. In unserem Kulturkreis ist der absurde Gedanke, daß der Mensch eine Seele hat, die „in“ seinem Körper eingekerkert ist, weit verbreitet. Ebenso wird angenommen, daß sie den physischen Körper verläßt, aus ihm „herauskommt“, wenn der Mensch stirbt. Die Alten stellten die wahre, natürliche oder spirituelle Tatsache mystisch und metaphorisch dar, indem sie einen Homunkulus oder einen kleinen Menschen darstellten, der mit dem letzten Atemzug des Sterbenden aus dessen Mund hervorkam. Dieses Bild war aber eine rein mystische Darstellung. Sie wurde von späteren Völkern, die Christen waren (die zeitlich den alten Heiden folgten), unglücklicherweise buchstäblich als Realität angenommen. Man glaubte in europäischen Ländern, der Mensch habe eine Seele „in“ seinem Körper, und außerdem wurde die „Seele“ mit dem „Geist“ verwechselt.

Der Mensch ist eine Seele, und ebenso hat er eine Seele. Alles hängt davon ab, was wir mit dem Wort „Seele“ meinen, und davon, was wir unter den Lokalitäten verstehen, mit anderen Worten, wo wir den „Menschen“, die „Seele“ und den „Geist“ hinsetzen. In dieser Betrachtungsweise ist eine tiefgehende Psychologie enthalten.

Der Mensch ist eine komplexe, zusammengesetzte Wesenheit. Seine Konstitution reicht vom Körper bis zum Geist mit allen Zwischengraden ätherischer Substanzen, Energien und Kräfte. Die Weisheitslehre besagt, daß es sieben Zwischengrade sind. Wenn diese sieben verschiedenen Grade oder Stufen in vitaler Aktivität zusammenwirken, bilden sie die sieben Prinzipien der menschlichen Konstitution und damit einen vollständigen Menschen, einen gänzlich lebenden Menschen, mit anderen Worten, einen inkarnierten Menschen.

Wie aber verhält es sich mit dieser „Seele“? Befindet sie sich im Körper oder außerhalb von ihm? Dazu möchte ich zuerst eine Frage stellen: Wo befindet sich die Elektrizität eines stromführenden Kabels? Befindet sie sich nur innerhalb des Kabels oder auch in der Atmosphäre oder Aura, die das Kabel umgibt? Der Physiker nimmt heute beides an. Aber die gleiche Frage ist: Wo befindet sich die menschliche Seele – im Körper, außerhalb von ihm oder ihn umgebend und durchdringend?

Hierauf antwortet die Esoterische Philosophie wie folgt: Der Geist des Menschen wirkt durch die menschliche Seele. Die menschliche Seele wirkt ihrerseits durch das vital-astrale oder ätherische Vehikel. Dieses Vehikel ist derjenige Körper oder Träger, der als Übermittler für die Energien oder Kräfte der Seele dient, die psycho-magnetisch mit den Organen des physischen Körpers verbunden sind. Dadurch wirkt dieses vital-astrale Prinzip durch den physischen Körper. Es wird in alle Teile unserer physischen Struktur geleitet und ist dem elektrischen Strom sehr ähnlich, der nicht nur in, sondern auch über und um das Kabel geführt wird. Der Geist umhüllt und bewacht die menschliche Seele, er bringt sie aus dem Innern seines eigenen Schoßes der Selbstheit hervor. Auf ähnliche Weise durchdringt und erzeugt die menschliche Seele das vital-astrale Vehikel, und dieses wiederum durchdringt und erzeugt den physischen Körper.

Deshalb befindet sich die Seele sowohl im Körper als auch außerhalb von ihm, und sie umgibt ihn, und das alles zur selben Zeit, denn sie gehört einer vollkommen anderen Sphäre, Ebene oder Welt des Seins an als der grobe physische Körper. Daher „betritt“ die Seele den Körper weder bei der Geburt noch vor der Geburt, noch im Anschluß daran. Der physische Körper wird von dem inkarnierenden Ego mit Hilfe der Seele Zelle für Zelle aufgebaut, von dem ersten Beginn der Manifestation oder Offenbarung an. Folglich betritt den Körper nicht etwas außerhalb von ihm Stehendes und von ihm Getrenntes, denn die Seele ist das, was den Tod überdauert, und der Körper ist lediglich der Nachkomme, die Frucht oder die Wirkung einer ihrer Tätigkeiten.

Ein menschlicher Same kommt aus den ätherischen Welten und ist ein Layazentrum, der vitale Punkt, durch den der zukünftige Körper von den inneren Welten einströmt und Zelle um Zelle aufgebaut wird. Dieser Same wächst zum physischen Körper heran, und in dem Maße, wie er wächst, findet die Inkarnation in Übereinstimmung mit den menschlichen Energien fortschreitend statt, bis die Reife erreicht ist. Erst dann haben wir den ausgewachsenen Menschen und die mehr oder weniger vollkommen inkarnierte menschliche Seele. Der englische Dichter Spenser sagt: „Denn die Seele ist das Modell und wirkt den Körper.“

Beim Tode wirft die Seele den physischen Körper wie ein abgetragenes Kleidungsstück ab und geht zu etwas Höherem weiter. Genauer gesagt: sie evolviert andere in ihr liegende latente Kräfte, die sie für ihren Aufenthalt in den ätherischen Welten besitzt, denn sie selbst ist ein ätherisches Vehikel, ein Träger der todlosen, unsterblichen Energie des schaffenden Geistes oder der MONADE.

Prof. Dr. Gottfried von Purucker

Prof. Dr. Gottfried von Purucker

Als Naturwissenschaftler, bedeutender Sanskritgelehrter und Experte für alte Sprachen erkannte von Purucker schon früh die Notwendigkeit interdisziplinären Denkens und verknüpfte Wissenschaft, Religion und Philosophie zu einer Synthese.
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